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Vom pflanzlichen Hustenmittel bis zur Bach-Blütentherapie
- Wirksamkeit alternativer Heilmittel bleibt umstritten
- Fischer will Arzneien bei `therapeutischem Nutzen" aufwerten
Von Andrea Hentschel

Bonn, 30. Juni (AFP)
Ob pflanzliche Hustentropfen oder Bach-Blütentherapie:
Alternative Behandlungsmethoden finden zunehmend Anhänger. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Bundesfachverbandes der Arzneimittelhersteller in Bonn auf dem rezeptfreien Markt allein pflanzliche Mittel im Wert von mehr als vier Milliarden Mark umgesetzt.
Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer (Grüne) will nun die alternative Medizin bei der Gesundheitsreform durch die Aufnahme in die geplante Positivliste aufwerten - vorausgesetzt, der therapeutische Nutzen ist ausreichend belegt. Die Krankenkassen müssen dann die Kosten übernehmen.
Die Effekte von Baldrian und Johanniskraut etwa sind seit langem bekannt, über die Wirksamkeit vieler anderer Naturheilmittel gibt es jedoch Streit. Kritiker vermissen vor allem wissenschaftliche Nachweise.

Unkonventionelle Therapien werden vor allem bei chronischen Beschwerden wie Migräne oder Allergien, psychisch bedingten Krankheiten, aber auch Krebs als begleitende Behandlung angeboten. Auch wenn die tatsächliche Wirksamkeit in vielen Fällen unklar ist - die eigene positive Erfahrung genügt vielen Patienten als Erfolgsnachweis. `Die Nachfrage nach alternativen Heilverfahren ist enorm angestiegen", bestätigt Bernd Schmidt von der Interessengemeinschaft der Heilpraktiker. Die Zahl der Experten, die alternative Verfahren praktizieren dürfen, habe sich in den vergangenen zehn Jahren auf 20.000 verdoppelt. `
Die Patienten wünschen sich Natürlichkeit und Mittel ohne Nebenwirkungen", meint Schmidt.

Homöopathische, pflanzliche und anthroposophische Heilmittel sind in Deutschland als `Mittel besonderer Therapierichtungen" zugelassen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Arzneien werden bei der Prüfung neben wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Wirksamkeit auch jahrelange Erfahrungen berücksichtigt. Laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte sind derzeit allein rund 6000 pflanzliche Heilmittel im Verkehr. So sollen herkömmliche Heilpflanzen wie Thymian und Huflattich Husten lindern, Kümmel Infektionen bekämpfen und Gänsefingerkraut den Hormonhaushalt
stabilisieren. Die Industrie nutzt rund 400 Pflanzen zur Herstellung sogenannter Phytopharmaka. Allerdings seien die meisten pflanzlichen Arzneien toxikologisch kaum untersucht, berichtet die Stiftung Warentest. Einige könnten bei Daueranwendung sogar erhebliche Nebenwirkungen haben.

Auch homöopathische und anthroposophische Arzneien sind umstritten.
Anthroposophen wollen durch ihre Heilweise das Ungleichgewicht im Körper ausbalancieren und Selbstheilungskräfte freisetzen. Bekannteste Arznei dieser Therapierichtung ist die Mistel, die auch gegen Krebs eingesetzt wird. Daß stark verdünnter Mistelextrakt das Tumorwachstum hemmt, ist Studien zufolge allerdings kaum wahrscheinlich.

Einen `Placebo"-Effekt vermuten Mediziner bei vielen homöopathischen Arzneien, die unter anderem bei chronischen Erkrankungen und Abwehrschwäche angewandt werden. Tatsächlich belegen Studien durchaus positive Auswirkungen.
Immerhin behandeln Homöopathen jährlich rund sieben Millionen Menschen. Die Vorstellung, Homöopathika seien grundsätzlich so stark verdünnt, daß sie unschädlich sind, ist nach Ansicht von Experten jedoch falsch. So könnten Stoffe wie Arsen und Quecksilber den Körper über längere Zeit vergiften.

Fehlende wissenschaftliche Belege bemängeln Kritiker auch bei der sogenannten Bach-Blütentherapie, die viel Anhänger hat. Blüten-Extrakte sollen
Menschen bei psychischen Krisen und schwierigen Lebenssituationen helfen.
Allein bei der Geschäftsstelle Hamburg sind demnach rund 900 Therapeuten registriert. Verfechter alternativer Behandlungsmethoden messen dem wissenschaftlichen Nachweis hingegen kaum Bedeutung bei. `Viel wichtiger für die Behandlung ist das teilweise jahrhundertelange Erfahrungswissen", meint etwa Heilpraktiker Schmidt.

Experten untersuchen in Modellprojekt Wirksamkeit von Naturheilmitteln - Projekt soll "pauschaler Diskriminierung" entgegen wirken

Frankfurt am Main, 16. Februar (AFP) - Experten wollen die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit von Naturheilmitteln untersuchen und damit einer `pauschalen Diskriminierung" dieser Arzneien entgegen wirken.
Die Barmer-Ersatzkasse (BEK) und der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) stellten am Mittwoch in Frankfurt am Main ein Modellprojekt vor, das die Verordnung pflanzlicher, homöopathischer und anthroposophischer Arzneimittel fördern soll. Ein Expertengremium legte dafür entsprechende Kriterien zur Bewertung von pflanzlichen Wirkstoffen vor.
Mit dem Vorhaben soll auch mit Blick auf die vom Bundesgesundheitsministerium geplante Positivliste für Arzneien geklärt werden, ob alternative Heilmittel zur Krankheitsbehandlung genauso gut oder sogar besser geeignet sind als chemisch-synthetische Medikamente. Mit endgültigen Ergebnissen ist demnach bis zum Sommer 2001 zu rechnen.

Laut BPI decken die für das Projekt ausgewählten Arzneimittelwirkstoffe insgesamt 25 Krankheitsgebiete ab. Untersucht werden sollen unter anderem Antidepressiva mit Johanneskraut, durchblutungsfördernde Mittel mit Ginko-Extrakten, herzunterstützende Arzneien mit Weißdorn und Mistelpräparate zur Krebstherapie. Die Mittel sollen anhand der Erfahrungswerte von Ärzten und Patienten hinsichtlich ihrer Wirksamkeit, Qualität und Verträglichkeit geprüft und mit Arzneien der so genannten Schulmedizin verglichen werden. Dadurch sollen `wissenschaftlich unangreifbare Ergebnisse" erzielt werden.
Andernfalls könne der mitunter `pauschalen Verunglimpfung" pflanzlicher Arzneien nicht wirksam entgegen gewirkt werden.

Den Angaben zufolge sind derzeit rund 4000 pflanzliche Mittel auf dem Markt. Davon seien allerdings erst 1100 nach dem Arzneimittelgesetz geprüft, was Patienten wie Ärzten die Auswahl erschwere. Die anderen Mittel sind noch in der Prüfung. Neuesten Umfragen zufolge bevorzugen 83 Prozent der Bevölkerung Naturheilmittel. Nach Ansicht von BPI-Chef Hans Rüdiger Vogel kommt dem Modellvorhaben auch eine politische Bedeutung zu. Damit solle in Zukunft der Ausgrenzung dieser Arzneimittelgruppe aus der Erstattungpflicht bei den gesetzlichen Krankenkassen entgegentreten werden. Vogel spielte damit auf die im Rahmen der Gesundheitsreform geplante Positivliste an, die im Anhang auch alternative Heilmittel enthalten soll.
Die Krankenkassen sollen aber nur dann die Kosten übernehmen, wenn der therapeutische Nutzen der Arneien ausreichend belegt ist.

Pflanzliche Heilmittel, die unter anderem bei chronischen Beschwerden, psychisch bedingten Krankheiten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erkältungen oder Prostataleiden eingesetzt werden, sind in Deutschland als `Mittel besonderer Therapierichtungen" zugelassen. Auf dem rezeptfreien Markt werden jährlich so genannte Phytopharmaka im Wert von mehr als vier Milliarden Mark umgesetzt.
Kritiker bemängeln allerdings, dass viele Arzneien toxikologisch kaum untersucht sind und auch die Wirksamkeit nicht hinreichend belegt ist. In der kommenden Woche wollen Pharma- und Verbraucherverbände erstmals Empfehlungslisten mit konkreten Pflanzenpräparaten vorlegen, die Ärzten und Patienten eine bessere Orientierung ermöglichen sollen.


Unsere Anmerkung:
Solange überhebliche und selbstherrliche Politiker, Ärzte und "Gesundheitsfunktionäre" weltweite Forschungsergebnisse von Universitäten und Wissenschaftlern nicht als Grundlage für ihre Entscheidungen anerkennen, wird die Wirksamkeit hunderter Pflanzenpräparate wohl noch bis zum St. Nimmerleinstag ohne "Nachweis" bleiben!

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