
Hippophae rhamnoides
Pflanzenfamilie Eleagnaceae / Ölweidengewächse
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Sanddorn wird baumartig hoch, mit schmalen, silbrig-glänzenden
Blättern und stachelbewehrten Ästen. Der eigentliche Nutzen des Sanddorn liegt nicht nur in den fleischigen,
orange-roten Beeren. Viele Länder sind inzwischen dazu übergegangen, an
steilen Böschungen und in erosionsgefährdeten Gebieten den Sanddorn zum
Schutz des Bodens anzupflanzen. Das Wurzelwerk ist stark verzweigt, die
Pflanze kann außerdem Stickstoff aus der Luft aufnehmen. Aus diesem Grund
gibt es nicht nur sehr große Wildvorkommen in China, der Mongolei, zum
Teil in Tibet und Indien, sondern auch viele Plantagen. |
Das mag an der schwierigen Ernte liegen: Die Sanddornbeeren können nicht
einfach gepflückt werden, da sie fest am Holz haften.
Die Früchte würden
beim Pflücken zerstört werden.
Für die professionelle Ernte werden die dicht
an dicht mit Früchten behangenen Äste abgeschnitten und bei minus 40 °C
schockgefroren.
Im tiefgefrorenen Zustand kommen diese auf eine
Rüttelmaschine, wo die Beeren durch die mechanische Bewegung vom Holz getrennt
werden.
Erst dann können die Beeren weiter verarbeitet werden.
Für den
Hausgebrauch wird der Sanddorn "gemolken". Dazu werden die Beeren direkt am
Strauch mit der Hand so gekonnt gequetscht, dass der Saft durch die Hand in
einen Auffangbehälter läuft. Der Inhalt wird dann später zur Reinigung nochmals
durch ein Leinentuch gegeben. An den intensiv gelb gefärbten Händen sind die
Melker meist gut zu erkennen. Allerdings müssen sie gut achtgeben, um sich an
den Stacheln der Äste nicht zu verletzen.
Die Botanik der Beeren ist in den Gebieten Asiens eine andere als die in
Europa. Auf Grund der großen Hitze im Sommer und der Fröste im Winter enthalten
die Sanddornbeeren dort weniger Wasser. Die Beeren würden sonst platzen.
Stattdessen haben sie einen höheren Ölanteil.
Dies erklärt, wieso in Europa
vor allem Saft und Mus aus dem Fruchtfleisch genutzt werden, nicht aber das
Sanddornöl.
In Deutschland wird der aus den Beeren gepresste Saft pur oder mit anderen
Säften vermischt getrunken (Apfel, Karotte). Er wir meist zu einem Extrakt
eingedickt, zu Mus oder Gelee eingekocht. Außerdem wird Zucker, Honig,
Ahornsirup oder ein anderes Süßungsmittel zugesetzt, denn die Sanddornbeeren
schmecken fast unangenehm sauer und herb.
Geschätzt wird der Sanddorn wegen
seines sehr hohen Gehaltes an Vitamin C. Dieser liegt weitaus höher als
bei Zitrusfrüchten (circa zehnmal mehr als in einer Zitrone, das heißt im
Durchschnitt 450 Milligramm pro 100 Gramm). Er wird von keiner heimischen
Obstsorte übertroffen.
Sanddorn wird daher vor allem in Wintermonaten zur Stärkung des Immunsystems
getrunken oder gegessen. Er kann vorbeugend oder Therapie begleitend eingesetzt
werden, zum Beispiel bei Infektanfälligkeit, Erschöpfungszuständen,
Appetitmangel und zur Leistungssteigerung.
Ein erhöhter Vitamin-C-Bedarf liegt in der Schwangerschaft, Stillzeit, im
Wachstum, bei alten Menschen, bei Rauchern oder bei Menschen mit regelmäßigem
Alkoholkonsum vor. Leicht kann dieser Mehrbedarf durch zwei bis drei Esslöffel
Sanddorn-Vollfrucht täglich gedeckt werden.
Die Beeren liefern wichtige
Substanzen für Stoffwechsel und Haut. Die Sanddornbeeren enthalten jedoch weit
mehr als nur Vitamin C.
Die bekanntesten Vitamine sind das Vitamin E
(Alpha-Tocopherol), ß-Carotin oder die B-Vitamine B1, B2, B6 und B12.
Vitamin E und ß-Carotin gelten wie Vitamin C als Radikalenfänger. ß-Carotin
dient der Bildung von Vitamin A im menschlichen Organismus.
Der Zellschutz
findet durch Lichtabsorption statt, es reichert sich im Gewebe an und soll
entzündungshemmende und immunregulierende Wirkung haben.
Zum Vergleich:
Karottensaft enthält circa 6 bis 8 Milligramm ß-Carotin auf 100 Gramm. Im
Sanddorn ist oft mehr als das Doppelte enthalten.
In 100 Gramm Sanddorn findet man außerdem bis zu 15 Milligramm Vitamin
E, was der halben Tagesdosis für einen Erwachsenen entspricht.
Vitamin E
wird dadurch interessant, dass es die Haut besonders schützt:
Es soll vor
Hautalterung und Entmineralisierung der Haut schützen und vor Austrocknung
bewahren.
Das Vitamin B12 kommt nicht natürlich in der Sanddornbeere
vor, es entsteht durch eine Symbiose mit Bakterien auf der Außenschale. Für
Menschen mit B12-Mangel oder für Risikogruppen (zum Beispiel Veganer) ist
Sanddorn daher ein wichtiger pflanzlicher B12-Lieferant. Hier müssen jedoch die
Produkte verzehrt werden, die Fruchtfleisch enthalten.
In größeren Mengen kommen im Sanddorn verschiedene Mineralstoffe und
Spurenelemente (Kalzium, Magnesium, Mangan, Eisen) und die in ihrer Wirkung noch
wenig erforschten sekundären Pflanzenstoffe wie Phytosterine, biogene Amine und
Polyphenole vor.
In Europa fast unbekannt: Die Sanddorn-Öle
Interessant ist die besondere Zusammensetzung der Öle, die aus den Beeren
gewonnen werden.
Während bei uns die Verwendung der Sanddornöle kaum bekannt ist, wird das Öl in der Heimat des Sanddorn, vor allem in Tibet, schon seit mehr als 1.200 Jahren traditionell genutzt. Die innere innere und äußere Verwendung zur Gesunderhaltung der Haut und Schleimhäute sind überliefert .
Es muss zunächst zwischen Fruchtfleischöl und Kernöl
unterschieden werden:
Das Fruchtfleischöl wird durch Kaltpressung gewonnen (ähnlich wie
Olivenöl). Es hat eine starke orange-rote Färbung, hervorgerufen durch den hohen
Anteil an Carotinoiden.
Wichtig sind außerdem das Vitamin E, die
Palmitinsäure, die Palmitoleinsäure und die Ölsäure (siehe
Tabelle).
Fruchtfleischöl regt den Stoffwechsel an.
Äußerlich angewendet,
schützt es vor Sonneneinstrahlung und unterstützt nach Sonnenbrand oder
Verbrennungen (pur oder in Cremes) die Regeneration der Haut.
Es wirkt
belebend und erfrischend bei trockener und stark beanspruchter Haut.
Das Sanddorn-Kernöl wird aus dem nussartigen Samenkern gewonnen. Es
ist schwach rötlich, da hier weniger Carotinoide enthalten sind.
Statt dessen weist es einen hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren wie Linol- und Linolensäure auf.
Das Kernöl hat sich bewährt bei Akne und Hautallergien, beschleunigt die Wundheilung und ist hilfreich bei Erfrierungen, Strahlenschäden, Hautallergien, sowie Pigmentschäden der Haut.
Inhaltsstoffe von Fruchtfleisch- und Kernöl im Vergleich (ca. -
Angaben):
| Inhaltsstoff | Fruchtfleischöl | Kernöl |
| ß-Carotin | 20 mg/100 g | 2 mg/100 g |
| Tocopherol | 185 mg/100 g | 140 mg/100 g |
| Palmitinsäure | 35 Prozent ** | 10 Prozent ** |
| Palmitoleinsäure | 30 Prozent ** | 1 Prozent ** |
| Ölsäure | 25 Prozent ** | 22 Prozent ** |
| Linolsäure | 3 Prozent ** | 35 Prozent ** |
| Linolensäure | 1 Prozent ** | 30 Prozent ** |
** Prozent Anteil an der
Gesamtfettsäure-Zusammensetzung
Verpackungseinheit: 20ml
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Letzte Änderung: 11.11.2008 |