Die Bedeutung der langkettigen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren (LC-PUFA = Long- Chain Poly Unsaturated Fatty Acids) wird heute weitaus höher eingeschätzt als noch vor einigen Jahren.
Sie sind für eine Vielzahl von Funktionen im Körper verantwortlich.
Schon der Blick auf den Aufbau des Nervensystems und die Beteiligung der Fettsäuren daran lassen keine Zweifel aufkommen, dass es sich hier um extrem wichtige Bausteine handeln muss, welche laut aktuellen Studiendaten auch bei Kindern mit Aufmerksamkeitsstörungen eine deutliche Besserung bewirken.
Laut Prof. Karl Zwieauer, Abteilung für Kinder- & Jugendheilkunde, LK St. Pölten, ist insgesamt eine abnehmende Zufuhr von ω-3-PUFA in der Gesamtbevölkerung in den letzten Jahrzehnten festzustellen.
Im Idealfall sorgt eine Balance zwischen ω-3 und ω-6-PUFA für das ideale Funktionieren der davon beeinflussten Systeme (Nervensystem, Immunsystem, Haut u.a.).
In den 1980er-Jahren wurde der Mangel an essenziellen Fettsäuren bei Kindern mit neurokognitiven Störungen (Dyslexie, Dyspraxie, Autismus, Angststörungen, auffälligem Sozialverhalten, Tic-Störungen, Konzentrationsstörungen, Hyperaktivität, Aufmerksamkeitsstörungen) in Verbindung gebracht.
Es wurden niedrige ω-3-PUFA-Werte sowie ω-6/ω-3-Imbalancen festgestellt und dies war gleichsam der Auftakt zu zahlreichen klinischen Studien.
Im Zuge der Oxford-Durham-Studie zeigte eine Pilotstudie von Richardson AJ et al (Pediatrics 2005) über die Wirkung der LC-PUFAs bei Kindern mit entwicklungsbedingten Koordinationsstörungen (DCD) und assoziierten Lern- und Verhaltensschwierigkeiten in 11 der 13 Skalen eine signifikante Verbesserung nach 3 Monaten Einnahme des Kombinationspräparates Equazen (558mg EPA, 174mg DHA, 60mg LA). Auch zahlreiche andere Studien (Portwood M, Nutrition and Health 2005; „Sure Start-Studie; Sinn N et al, Journal of Development and Behaviour Pediatrics 2007; Sinn N et al, Fatty Acids 2008; Johnson M et al, Journal of Attention Disorders 2009; Göteborg-Studie 2008) zeigen signifikante klinische Verbesserungen durch die Supplementierung mit LC-PUFAs bei diesen Kindern.
Im Vergleich zu den ersten Beobachtungsstudien zeigte sich die Notwendigkeit der Gabe einer Kombination von ω-3- und ω-6-Fettsäuren (FS) in entsprechend hoher Dosierung.
Im Überblick von 5 Studien nach GCP-Kriterien in England, Australien und Skandinavien (Oxford-Durham Study, Portwood et al, Sinn et al und Johnson et al) waren signifikante Verbesserungen in der Symptomatik dieser Kinder zu beobachten.
Laut Prof. Peter Hofmann, Univ.-Klinik für Psychiatrie, Graz, ist die wohl eindrucksvollste Verbesserung hierbei die Glättung des Schriftbildes in der Oxford-Durham Study (Abb.).
Weiters verbesserten sich der ADHS-Gesamtscore, kognitive Probleme, Ängstlichkeit und Schüchternheit oder Leseprobleme.
Auch in den anderen Studien verbesserten sich bei mehrmonatiger Anwendung Kriterien wie Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit, Hyperaktivität, soziale Probleme, pathologische Impulsivität und sogar autistische Probleme.
Hofmann macht auch deutlich, dass diese positiven Effekte aber nicht „über Nacht“ auftreten, sondern nach einer wochen- oder monatelangen Therapie.
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Bericht: Mag. Elisabeth Pipelka
Quelle: Pressekonferenz „Die Omega-Revolution“, 12. März und 28. April 2010, Wien
Nur Chia- und Kiwisamenöl enthalten Omega-3- und Omega-6- Fettsäure in der optimalen Zusammensetzung von ca. 15% / 65%.
Das in den Studien verwendete Präparat "Equazen" wird aus Fisch- und Nachtkerzenöl zusammengesetzt um dieses Verhältnis zu erreichen.