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Seit Urzeiten ist Niem bekannt für seine Heilkräfte. Schon Mahatma Ghandi stärkte durch Niem seine Abwehrkräfte und empfahl es auch seinen Schülern zur regelmäßigen Einnahme. Alle Teile des Baumes finden seit langem Anwendung in der Ayurvedischen Medizin Indiens. In den Haushalten Indiens gilt Niem als Allheilmittel für alltägliche Beschwerden und wird daher auch ,,Die Dorfapotheke" genannt. Unter anderem ist der Niemzweig die tägliche Zahnbürste der Natur für über 500 Millionen Menschen, alleine in Indien. |
1992 veröffentlichte das ,,United States Government`s National Research Council" ein Buch mit dem Titel ,,Niem: Ein Baum löst alle Probleme" in dem ein ganzes Kapitel der traditionellen, medizinischen Geschichte und den Eigenschaften der Niemblätter und des Niemöls gewidmet wird.
Die meisten der überlieferten Eigenschaften konnten
wissenschaftlich bestätigt werden, was mittlerweile zu einer
Vielzahl niemhaltiger Produkte für die unterschiedlichsten
Anwendungsbereiche geführt hat.
Leider dürfen wir hier aus rechtlichen Gründen keine weiteren
Angaben machen.
Siehe auch: Verbraucherinformation
und die Folgen
Sonstige Anwendungsmöglichkeiten:
Niemprodukte werden in zunehmendem Maße zur Abwehr von Schadinsekten wie z.B. Motten und zur Bekämpfung von Milben, sowie in der Garten- und Landwirtschaft eingesetzt:
Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft:
Neem
zusammengestellt und bearbeitet von:
Dr. habil. Stefan Kühne, Britta Friedrich - Institut für
integrierten Pflanzenschutz, Kleinmachnow
Stammpflanze: Azadirachta indica
Herkunft: Der tropische Niembaum (engl. neem) ist in Asien, Afrika und Amerika verbreitet.
Inhaltsstoffe: Wichtigster Bestandteil ist das Triterpenoid Azadirachtin.
Verwendung: Neembaumextrakte können als natürlicher Fraßhemmer und Insektizid im Pflanzenschutz eingesetzt werden. Neem wird auch im Vorratsschutz als vielversprechender Naturstoff angesehen (NEEB, 1986).
Neempreßkuchen und Neemblattpulver eignen sich auch zur
Düngung von Gemüse. Neempreßkuchen ist sogar als Viehfutter
geeignet. Neemöl wird in Indien zur Seifenherstellung verwendet,
es eignet sich überdies zur Fabrikation von Kerzen.
Neemkuchen in Kombination mit Harnstoff wurde in Reisfeldern
Indiens erfolgreich getestet (KETKAR 1984); Neemextrakt hat
indirekte Wirkung auf erhöhte Stickstoffixierung in Reisfeldern
aufgrund der Bekämpfung algenfressender Crustaceen (GRANT et al.
1984).
Anwendung:
entsprechend: EU-Verordnung (EWG) 2092/91
Zugelassene Pflanzenschutzmittel in Deutschland: NeemAzal/ T-S
Toxizität:
Giftliste ROTH DAUNDERER (1998) Azadirachtin:
Giftgruppe: Reizstoff
Einstufung: Xn, Gesundheitsschädlich
R u. S- Sätze:
R22 Gesundheitsschädlich beim Verschlucken
S22 Staub nicht einatmen
S(2) darf nicht in die Hände von Kindern gelangen
Gesetzl. Vorschriften: keine
Insektizide Wirkung:
Die fraßabschreckende Wirkung der Neeminhaltsstoffe ist der bäuerlichen Bevölkerung in Teilen Asiens und Afrikas schon seit längerem bekannt. Zu Beginn der siebziger Jahre wurde festgestellt, daß sie auch Einfluß auf die Insektenmetamorphose haben können, wie z.B. Häutungsstörungen oder das Entstehen verkrüppelter Flügel. Auch die Fortpflanzung von Schadinsekten kann stark gestört werden. So belief sich die Zahl der abgelegten Eier von Kartoffelkäferweibchen, die an mit Neemsamenextrakt behandelten Blättern gefressen hatten, nur auf ca. 10% der von nicht behandelten Käfern erzeugten. Auch die "Qualität" (Leistungsfähigkeit) von Schädlingen kann beeinflußt werden. Azadirachtin baut sich unter Freilandbedingungen schnell ab. Wegen fehlender UV-Einstrahlung sind Neemprodukte unter Labor- und Vorratslagerbedingungen viel haltbarer als im Freien. Bei Anwendung von Neemöl (2-4 ml/kg Samen) lassen sich Bohnensamen über ein halbes Jahr erfolgreich gegen Samenkäfer schützen (SCHMUTTERER, 1984). In verschiedenen Detail- und Praxisversuchen konnte die gute Wirkung von NeemAzal-Präparaten auf die Mehlige Apfelblattlaus nachgewiesen werden (SCHULZ et al., 1993, 1995, 1996, 1997; GALLI & EPP, 998; KIENZLE et al., 1992, 1995; ZUBER, 1995; PFEIFFER et al., 1991; ZEBITZ et al., 1996; WYSS et al., 1995).
Insektizide Zubereitungen:
SCHMUTTERER (1984): Eine sehr einfache Möglichkeit der praktischen Anwendung liegt in der Verwendung wäßriger Extrakte aus den Samen. Aus den zu Boden gefallenen Früchten werden die von einer weißhäutigen Schale umgebenen Kerne durch Herausdrücken gewonnen und gewaschen. Danach müssen sie sorgfältig getrocknet werden, um Verpilzung zu vermeiden. Später kann je nach Bedarf zur Herstellung einfacher Wasserextrakte eine bestimmte Menge Samen ausgekernt und zerkleinert (zermahlen, zerstoßen) werden. Bei guter Qualität erübrigt sich das Auskernen und die Schalen können mit zermahlen werden. Die zerkleinerten Samen werden in einem Tuch in ein teilweise mit Wasser gefülltes Gefäß gehängt, wobei sich die Wassermenge nach dem Gewicht der zerkleinerten Samen richtet. 25-50 g Samenmaterial ergeben pro Liter Wasser schon am nächsten Tag einen Extrakt, der gegen Kohlmotte, Melonenkäfer und Zwergzikaden sehr gute Bekämpfungsergebnisse liefert. Auch alkoholische Extrakte sind leicht herstellbar, wobei in der Regel Methanol wegen des Preises und geringerer Explosionsgefahr zur Verwendung kommt. Methanolextrakte halten sich nach Verdampfen des Alkohols unter Laborbedingungen monatelang und verlieren dabei nicht an Wirkung. Neemöl läßt sich durch Auspressen ganzer oder zermahlener Samenkerne gewinnen, da diese ca. 40% Öl enthalten.
Wirkung auf Nützlinge:
Gegen viele Nützlinge wie parasitische Hautflügler und die Honigbiene zeigen Neemprodukte keine oder nur geringe Wirkung. Bei der Honigbiene traten in Flugkäfigversuchen nur in Kleinstvölkchen, wie sie zur Königinnenzucht Verwendung finden, Schädigungen bei der Brut in Erscheinung, während bei 3-Waben-Völkchen mit schätzungsweise etwa 1500-2000 Arbeitsbienen keinerlei negative Beeinflussung nachweisbar war (SCHMUTTERER & HOLST, 1987).
Untersuchungen zur Nebenwirkung auf die Florfliege:
Chrysoperla carnea zeigten im Laborversuch eine repellente
Wirkung auf die Larven und eine hohe Mortalität bei Kontakt mit
frischem Spritzbelag. Unter Freilandbedingungen schädigte
NeemAzal-T/S die Larven nicht (VOGT & HÄNDEL, 1996). Zum
selben Ergebnis kamen auch HERMANN et al. (1995, 1996).
Neemextrakte erwiesen sich als harmlos gegenüber der
Kohlweißlingsbrackwespe Apanteles glomeratus (SCHMUTTERER,
1992). Im Freiland ist generell eine nur geringe bis keine
Schädigung von Nützlingen zu erwarten.
Gründe hierfür sind z. B. Witterungseinflüsse, die den
schnelleren Abbau des Präparates bewirken
(Temperaturschwankungen, UV-Strahlung, niederschläge) oder das
Vorhandensein nicht oder unzureichend behandelter Refugien, in
denen sich Nützlinge zeitweise aufhalten (HERMANN et al., 1998)
Literaturverzeichnis: Bitte anfragen
Anwendung:
Blätter, Rinde, Samen und das daraus gewonnene Öl eignen sich
trotz unterschiedlicher Inhaltsstoffe für die
Schädlingsbekämpfung.
Zerstoßene Blätter, sowie gemahlene Samen oder Rinde lassen
sich mit Wasser oder Alkohol wirkungsvolle Spritzlösungen
zubereiten. Ebenso aus dem Öl der Samen, das mit einem
geeigneten Emulgator (Rimulgan) wasserlöslich gemacht werden
kann.
Hier finden Sie Niemöl und weitere Niemprodukte.
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