Amaranth - ein wertvolles Nahrungsmittel

Amaranth

Amaranthus caudatos

Ein Hauptnahrungsmittel der Inkas und Azteken stellt hinsichtlich der wertbestimmenden Inhaltsstoffe selbst Vollkornvarianten heimischer Getreidesorten in den Schatten.

Die unscheinbaren Körner beinhalten vor allem jene Inhaltsstoffe, die in der Regel zu selten auf dem Speiseplan stehen.
Ca. 1/3 mehr Ballaststoffe und Zink im Vergleich zu Vollkornweizen, knapp die doppelte Menge Eisen, sowie außerordentliche Magnesium- und Calciumgehalte machen Amaranth zu einer wertvollen Bereicherung des abwechslungs- und nährstoffreichen Speiseplans.
Amaranth zählt zu den ältesten Nutzpflanzen der Menschheit. Bereits vor Jahrtausenden diente es in Südamerika als Grundnahrungsmittel sowie als Opfergabe für Götter. Lange Zeit galt die Pflanze des Amaranth als heilig. Inkas und Azteken glaubten in ihr die Quelle großer Kraft gefunden zu haben.
Durch die spanischen Eroberer wurde der Anbau verboten und die Felder vernichtet, um den Eingeborenenstämmen ihren Zusammenhalt, ihre Religion und ihre Energiequelle zu nehmen.

Heute wird Amaranth nicht nur in Mexico sondern auch in anderen armen Bergregionen in Pakistan, Nepal und Indien angebaut um Mangelernährung und Hunger zu bekämpfen. In Anbauprojekten mit Kleinbauern in den Anden und Mexico wird inzwischen sogar für den Export nach Europa und in die USA produziert. Doch auch im Süden der USA, in Deutschland und Österreich wird heute erfolgreich Amaranth und Quinoa kultiviert.
Genutzt werden vor allem die Samen der an Hirse erinnernden Körner, die zwar keine Getreidearten sind, diesen aber in Verwendung und Nährwert ähneln.
Der Name der senfkorngroßen Körner stammt aus dem Griechischen: Amaranthus bedeutet "unsterblich" bzw. "nicht welkend".

Botanisch zählt Amaranth nicht wie andere Brot-Getreidearten zu den Gräsern, sondern zur Familie der Fuchsschwanzgewächse und wird daher als Pseudo-Getreide oder Körnerfrucht bezeichnet. In vielen Klimaregionen der Welt nutzt man Amaranth aber auch als Blattgemüse.
Es ist eine sehr produktive und dabei genügsame Pflanzen. Je nach Bedingung wird sie innerhalb eines halben Jahres 50 cm bis über zwei Meter hoch und bildet Tausende von winzigen Samen an sehr großen, auffällig gefärbeten Fruchtständen. Sie kommt mit wenig Wasser aus und wächst auch in höheren und sehr hohen Bergregionen. Allerdings sind die meisten Kultivierten Sorten nicht frostresistent.

Der Protein- und Fettgehalt, sowie die Mineralstoffgehalte sind sehr hoch. Auch das meist im Mangel befindliche Lysin ist überdurchschnittlich vorhanden. Das Fettsäurespektrum weist hohe Anteile an ungesättigten Fettsäuren auf, darunter Linolsäure und Alpha-Linolensäure einer Fettsäure vom wertvollen Omega-3-Typ. Das in unserer Ernährung unzureichend vorhandene Magnesium erreicht Spitzengehalte. Calciumgehalte wie in Milch und hohe Eisengehalte wie in Hülsenfrüchten oder Ölsamen machen Amaranth zu einem diätetisch wertvollen Nahrungsmittel auch für Sportler.
Da es sich nicht um Getreide handelt, sind die Körner glutenfrei, und damit für Zöliakiepatienten geeignet. Auch für Personen mit Neurodermitis hat sich Amaranth als Getreideersatz bewährt.

Amaranthmehl eignet sich nur begrenzt zum Backen, weil das nötige Klebereiweiß für das Backvolumen nicht enthalten ist. Eine Beimischung von Amaranth zu herkömmlichen Brotmehlen bietet jedoch eine wertvolle Ergänzung zur ernährungsphysiologischen Qualität von Brot.

Vielseitig im Geschmack
Die Körner des Amaranth sind vielseitig verwendbar und entfalten beim Kochen ihren typisch nussigen Geruch. Viele verschiedene Speisen lassen sich mit den Körnern einfach und schnell zubereiten, beispielsweise Suppen, Gemüsepfannen, Aufläufe und Süßspeisen. Die Körner können auch geschrotet oder gemahlen werden.

Nährstoffgehalt von Amaranth im Vergleich mit anderem Getreide:

je100gr Eiweiß(g) Fett(g) Kohlenhydr.(g) kcal Calcium(mg) Kalium(mg) Magnesium(mg) Eisen(mg) Zink(mg) Vit.B1(mg) Vit.B2(mg) Vit.C(mg) Vit.E(mg)
Amaranth 14,6 8,8 56,8 365 214 484 308 9 3,7 0,8 0,19 n.a. n.a.
Quinoa 15,2 5,0 60 350 51 710 240 10,8 4,3 0,28 0,35 4,4 4,7
Weizen 11,7 2,0 59 309 45 783 144 4,5 1,3 0,48 0,14 - 3,2
Mais 9,2 3,8 65 338 63 396 126 1,9 - 0,36 0,20 - 0,5
Hafer 12,6 7,1 61 359 80 355 129 5,8 4,5 0,52 0,17 - 1,1
Reis 7,4 2,2 75 353 25 191 157 3,3 4,6 0,32 0,05 - 0,7

Die Verwendung und Zubereitung erfolgt wie bei Quinoa, Amaranth muss lediglich etwa 10 Minuten länger ziehen. Viele gute Rezepte finden Sie auch im Internet.

Sie finden den Amaranthsamen in unseren Seiten unter Nahrungsergänzungsmitteln.


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Letzte Änderung:  25.1.2012